Nachrichten getagged: Bolivien

5 Tage im Urwald

Von Administrator, 12. Dezember 2010 00:13

Tiahuanaco

Von Administrator, 4. Dezember 2010 02:59

Von La Paz aus erreicht man die für Bolivien wohl bedeutendsten Ruinen sehr leicht. Entweder man setzt sich in ein Colectivo, das am Cementario wegfährt, oder einfacher, man bucht wie so überall eine Tour. Diese kann dann wohl zwischen 45 und 70 Bs kosten. Man fährt um 8 Uhr los, zwei Stunden später erreicht man Tiahuanaco, das seit 2000 zum Weltkulturerbe zählt, wo man nochmals einen Eintritt von 80 Bs für zwei Museen und die archäologische Stätte berappen muss. Diese ist jedoch erst zu 10 % freigelegt.
Tiahuanaco war das religiöse und administrative Zentrum der Aymara Kultur in der Zeit von 1500 v. Chr. bis 1200 n.Chr. Die Blütezeit dieser Kultur war aber zwischen 600 – 900 n. Chr. und das Gebiet ihrer Herrschaft umfasste das bolivianische Altiplano, Gebiete rund um den Titicaca-See, wo auch auf Isla de la Luna y del Sol dazugehörten und auch Teile des Amazonasgebietes.

Unser Besuch führte zuerst in die beiden Museen. Hier konnte man zB die Funde von deformierten Schädeln betrachten. Die Schädel der Babys von höhren Gesellschaftschichten wurden bereits ab den ersten Monate in eine Art Kopfbinde gewickelt um das Gehirn mehr nach hinten oder oben  zu schieben. Dies war ein Zeichen von höhergestellt sein. Weiters wurden Figuren von Japanern bzw. Asiaten gefunden, was belegte, dass die Aymara Kontakt zu anderen Kontinenten hatten. Denn lt. unserem Führer besiedelten Menschen Amerika über der Beringstraße und kamen von Polinesien und Asien (was natürlich aus logisch ist, aber vorher kein Guide zu sagen getraute).

Im anderen Museum war ein 8m hohen Monolith zu betrachten. Dieser ähnelte wohl den Moais, aber angeblich hatten sie zu dieser Zeit nichts mit denen zu tun. Ein in in Stein gehauener Mann mit diversen Gewandsschichten, jede mit Figuren oder Tieren versehen, wurde abgebildet. Schon sehr spannend zu betrachten, vor allem auch, da es sehr feine Steinhauerarbeiten darstellt und diese zwischen 0 – 700 n. Chr. entstanden sein sollten.
Der bekannteste Fund von Tiahuanaco ist wohl das Sonnentor, der auch als Kalender benutzt wurde. Schönste präzise Arbeiten von Engeln (Lambayeque?) mit Trompeten, die unter anderem Wochen, Tage und Stunden anzeigten.
Weiters kann man den versunkenen Hof besuchen, der einen Raum darstellt in den Wänden sich in Stein gehauene Schädel befinden, die wohl zu den damaligen hohen Mitgliedern des Stammes gehörten.

Ums Eck von Tiahuanco befindet sich Puma Punku, wo es eine Anhäufung von bearbeiteten Steinen, eckige oder welche mit Pfeil-, Kreuz- oder anderen Mustern zu bewundern gibt. Doch für weitere archäologische Arbeiten fehlt das Geld bzw. wird es in Tiahuanaco hineingesteckt. Die Steine genau geschliffen und zeigen auch hier von präziser Arbeit, sodass es einem schon durch den Kopf geht, ob diese wirklich aus der Aymara Zeit stammen, denn verglichen mit anderen Kulturen, waren die hier bereits um Jahrhunderte voraus.

Inselhüpfen in Bolivien – Isla del Sol – Isla de la Luna

Von Administrator, 2. Dezember 2010 16:55

Nachdem wir Peru hinter uns gelassen hatten und diesmal ohne Probleme nach Bolivien einreisen konnten, war unser erster Stop in Copacabana, nur 8 km nach der Grenze. Dies für manche doch ein super Partyort bietet eigentlich nur eine Ansammlung von Hotels, Tour Agencies und Restaurant. So entschieden wir uns mit Sack und Pack mit dem Schiff nach Isla del Sol zu fahren, einer der 70 Inseln im Titicaca See. 1 1/2 h benötigten wir für die Überfahrt und man wird man im Hafen der Comunidad Yumani hinausgeschmissen, wo wir gleich einen Eintritt von 5 Bs. zahlen mussten.
Das erste, was wir von der Insel sahen, war ein hoher Berg und wir dachten uns nur, mit all unserem Gepäck sollten wir da hinauf – man geht doch ca. 30 min. die Escalera de Incas hinauf. Doch Gott sei Dank gab es ein Hotel nur einige Stufen über dem Hafen, aber auch die hatten es mit dem ganzen Gepäck ordentlich in sich und so schnauften wir in unser neues Zimmer hinauf, dass pP 40 Bs (ca. 4 Euro) kostete, doch mit perfekten Ausblick auf Hafen und man konnte das Wasser rauschen hören. Man fühlte sich fast wie am Meer in Griechenland, nur befanden wir uns auf dem höchsten schiffbaren See, auf 3800 m Höhe.

Für den nächsten Tag hatten wir ein Boot gemietet (200 Bs) um zur Isla de la Luna zu fahren, denn hier steht der Templo de las Virgines (Iñak Uyu), wo seinerzeit Inkafrauen untergebracht bzw. gefangen waren um die hohen Inkaherren oder andere Stammeshäuptlinge zu heiraten. Dort fand auch eine Art Frauenkult statt, eine alte Frau, genannt Mamacona, führte die ausgewählten Jungfrauen in den Kult ein und verteilte die alltäglichen Arbeiten wie zB das Spinnen der Wolle. Dieser Tempel bestand aus einem Innenhof mit einem Dach aus Stein, Mauern mit trapezförmigen Türen und Kreuzen als eine Art Dekoration. Dies ist einer der besterhaltendsten Gemäuer im Andenhochland.
Doch bevor wir diesen betreten konnten mussten wir auch auf dieser Insel 10 Bs. Eintritt berappen. Doch man kann die ganze Insel abwandern, man benötigt nicht mal 4 h um alles gesehen zu haben. Im Dorf auf der anderen Seite des Berges, wo die meisten der hier 25 ansässigen Familien wohnten, wurden wir wieder abgeholt und zurückgeschifft.

Etwas später besichtigten wir den südlichen Teil von Isla de la Sol. Wieder rauf auf den Hügel, auch wenn es diesmal nur die Hälfte des Berges war, dann  nach links und zwischen den Feldern entlang , gelangt man zum Templo del Sol oder Pilkokaina, den seinerzeit der Inkakönig Tupuc gebaut haben sollte. Nur dieser hier steht für die sonst so höhenliebenden Inka in einer ganz anderen Gegend, direkt am Wasser und Richtung der Berge von Bolivien blickend, wo sie dessen heiligen Götter darin anbeteten.
Angeblich sollten die Gemäuer auch hier einen Sonnenkalender ergeben, was aber für mich nicht wirklich nachvollziehbar war, da man kaum Sonnenauf- noch untergang sah. Auch ein Tunnel sollte lt. unseren Guide zwischen dem Tempel und Isla de la Luna existieren um mit den Frauen dort zu kommunizieren, was aber auch nicht ganz logisch ist, denn zwischen den zwei Inseln sollte der tiefste Punkt vom Titicaca-See liegen.

Der Plan für den darauffolgenden Tag war eine Wanderung am Bergrücken bis zum Nordende der Insel (3h), die dortigen Ruinen besichtigen und 3 h durch diverse Ortschaften zurück, alles rauf und runter. Es gibt wohl Boote, die zwischen Norden und Süden fahren, doch hin erst um 10.30 Uhr und zurück 1.30 Uhr, also entweder zu spät oder zu früh.
Um 7.30 Uhr brachen wir auf, wieder den Berg hinauf, nachdem wir nun den richtigen Weg, Ruta Sagrada, gefunden hatten, erreichten wir 1 h später die Bolerteria Challa, wo wir 15 Bs für den Eintritt in den Norden bezahlen mussten, doch wenigstens erhielten wir eine kleine Karte. Dann ging es den Bergrücken entlang, herrliche Aussicht auf die Inseln, Halbinseln und den See, den Häfen und den Örtchen rundherum. So maschierten wir dann insgesamt noch 2 h weiter bis wir endlich das gewünschte Ziel, die Ruinen im Norden, Chincana erreichten. Doch auf unserer Karte, die wir vom Vermieter bekamen, waren am Weg noch viel mehr alte Gemäuer eingezeichnet, doch auf anderen von der Boleteria nicht vermerkt, und sie existierten auch nicht.

Doch die im Norden waren anfangs auch nur sehr schwer zum Ausmachen und so schenkten wir zuerst unser Augenmerk auf das sich veränderte Gesteine. Plötzlich schritten wir durch weißes Kalkgestein (?), die Farbe blendete bereits in den Augen, umgeben von anderen schätze mal Vulkangestein, die Mischung und die Form waren atemberaubend. Danach suchten wir den eingezeichneten Friedhof, den es anscheinend auch nicht gab, bis wir endlich zum heiligen Stein, normaler Vulkanstein, gelangten und dort einige Mauern sahen. Anfangs eher unauffällig, doch als man die Anlage betrat, befand man sich in einem Art Labyrinth, dass einem zu einer Platform führte, wo man eine wunderschöne Aussicht auf den See und den weißen Strand darunter hatte. Wiedermal hatten sich die Inka einen genialen Platz ausgesucht. Auch ein Tisch mit 6 Blöcken, die wohl als Stuhl verwendet worden ist, konnte man sehen. Dann suchten wir den anderen Templo del Sol und so gingen wir Richtung Hafen Challapampa. Doch bei einer Wegabzweigung, wo sich ca. der Tempel befinden sollte, fragten wir eine Frau in einer Tienda, die uns an ihre Mutter verwies und uns dann erklärte, die Mauern vor uns, sollte der Templo del Sol sein. Diese Mauern gingen zwischen den Lehmhäusern und den Terrassenmauern komplett unter, es war auch nichts mehr wirkliches vorhanden, denn die Spanier sollten alles zerstört haben. Doch dafür redete sich die gute alte Frau in einem Gemisch von Aymara und Spanisch ihre Klagegeschichte zum Tempel herunter.
So gingen wir weiter um am Hafen noch eine Pause einzulegen. Dieser bei den Touristen sehr begehrte Ort stellte sich als absolutes Hippie-Örtchen heraus und nach einen Snack und einem Bier gingen wir die angeblich viel ermüdende Rute wieder zurück. Etwas über den Strand windete sich der Weg entlang des verschieden farbigen Gesteins, mal runter zum Meer, wo sich Touristen in Bikini einen Sonnenbrand holten, wieder rauf und auch in Challa waren die im Plan eingezeichneten Ruinen wieder nicht zu sehen und auch die Einheimischen schauten uns nur verdutzt an, als wir sie nach diesen Funden fragten. Doch hier sollte es Funde von den ersten Menschen geben, die auf 1500 v. Chr. datierte wurden.
Da es keine Info gab, stiegen wir wieder zum Bergrücken hinauf um dann zurück nach Yumani zu gelangen, wo wir dann endlich nach insgesamt 9 h gemütlichen Wandern ein Bierchen im Sonnenschein genossen.

Ein super netter Ausflug, doch am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg nach La Paz, dem Regierungssitz Boliviens.

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