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3tägige Altiplano Tour (Putre – Surire – Colchane – Putre)

Von Administrator, 26. Mai 2014 12:03

Nach Ankunft in Putre, auf 3.600 m Höhe, bereits mit Cocablätter gewappnet um Anzeichen der Höhenkrankheit zu bekämpfen, suchten wir eine Touragency mit der wir aufs Altiplano fahren konnten. Leider hätten wir nur eine Etappe mit unserem Auto geschafft, deshalb benötigten wir eine Tour mit einem 4×4 Auto. Fündig sind wir bei Andino Tour (www.tourandino.com) geworden, nicht ganz billig (200.000 Pesos pP), aber im nachhinein kann ich sagen, es war sein Geld wert.

Die ersten Kilometer führten uns durch den Parque Nacional Lauca, doch schon bald durchfuhren wir den Parque Nacional Las Vicuñas. In diesem Park, wie auch schon er Name erahnen lässt, leben unzählige Lamas, Vicuñas und Alpacas. Hier zur Erklärung nur Vicuñas (und Guanacos) sind nicht domestiziert. Lamas und Alpacas werden von den Aymaras gehalten und stammen von den wildlebenden Verwandten ab. Die meisten Aymara leben nicht mehr in dieser unwirtlichen Landschaft sondern haben ihr Geschäft oder Arbeit in Arica oder Putre. Doch meist kommen die Besitzer der Herde 3 – 4x im Monat aufs Altiplano um nach dem Rechten zu sehen.

Ein kurzer Spaziergang durch ein Tal, beim zweiten Stopp spazierten wir Pseudokraters entlang, die so Art Stalagmiten beinhalteten. Hier befand sich vor langer Zeit ein Meer und die Mineralien setzten sich im Laufe der Zeit am Boden ab. Also das Wasser verdunstete, bildeten sich diese Krater und hinterließen  die heute noch erkennbaren Kalkablagerungen bzw. -formationen.

Weiter ging es zum Salar de Surire (110 km von Putre entfernt), wo ein Teil des Salzsees aus einer Mine besteht, wo Borax abgebaut wird. Dieses Mineral wird für Glasuren, Glas- und Emailproduktion benötigt, aber auch im Haushalt kann man es bei Putz-, Desinfektions- oder Waschmittel finden. Dämmschutz und auch als Lebensmittelzusatzstoff E285 (nur für echten Kaviar zugelassen) sind unter anderen weitere Anwendungsgebiete.
So eine Mine liegt also neben den Naturschutzgebiet, doch da die Mine bereits viel länger existiert und der Park erst 1983 unter Schutz gestellt worden ist, konnte diese bleiben und die Nationalparkgrenzen wurde wurden dementsprechend angepasst.

Beim Refugio von Conaf quartierten wir uns ein (5000 Pesos für Übernachtung pP- hier in der Tour inkludiert) und aßen zu Mittag, naja eigentlich eher schon eine Nachmittagsjause. Gegen 4 Uhr setzten wir uns ins Auto und ab ging die Fahrt nun rund um den Salzsee. Im Wasser des Salars tummeln sich Massen von Flamingos, die das ganze Jahr in diesem Gebiet bleiben. Es gibt drei Arten hier zu finden:

  1. Der mit 120 cm große Flamingo Andino ist die größte Art in Surire. Abgesehen von der Größe kann man ihn von den anderen durch weißen Kopf, Rücken und Bauch, jedoch rosa Hals und Brust unterscheiden. Die Deckflügel sind rosa und darunter liegt schwarzes Gefieder. Der Schnabel ist schwarz und am Rand gelb mit roten Flecken und die Füße sind leicht gelb.

  1. Die meistverbreiteste Flamingoart ist der Flamingo Chileno, mit einer Höhe von 110 cm und einen weißen-leichtrosa Körpergefieder sowie auch Schnabel, die Flügel sind rosa, nur die ganz untersten schwarz und er besitzt leicht blaugrüne Beine.

  1. Der kleinste, mit nur ca. 92 cm Höhe ist der Flamingo James, gekennzeichnet durch leicht rosa Flügel, einen gelben Schnabel mit rotem Streifen und ziegelsteinroten Beinen.

Leider sind diese Tiere sehr scheu und halten immer einen Sicherheitsabstand, sodass man wirklich ein gutes Objektiv benötigt um diese Tiere einigermaßen einfangen zu können.

Nach einem kurzen Spaziergang am See entlang fuhren wir weiter nach Polloquere, einer Therme am Salzsee. Das Wasser sprudelt hier mit 50 Grad aus dem Boden und etwas davon entfernt kann man sich perfekt das warme Wasser genießen. Perfekt und mit super Panorama. Nach einem Bad im Schwefelwasser kehrten wir zum Refugio zurück. Die Runde hat ca. 38 km, die wir in gut 3 ½ h umrundeten.

Nach einem leckeren Frühstück fuhren wir nun auf sehr schlechter Piste, meist nicht mehr als 20 km/h in den Parque Nacional Isluga. Hatten wir im Parque Nacional Las Vicuñas immer den rauchenden Vulkan Gullatire in Sicht, so ist es hier der Vulkan Isluga, den wir immerzu betrachteten. Nach einer guten 5 stündigen Holperfahrt erreichten wir schließlich das Geothermalfeld Puchuldiza. Von Weiten erkennt man bereits die prächtigen Farben und beim Näherkommen sieht man bereits den ersten Geysir Wasserfontänen in die Luft sprühen. Eigentlich scheint es eher, dass ein Wasserschlauch ein Loch hat und immer und stetig das Wasser entweicht. Insgesamt konnten wir 2 Geysire sehen und viele kleine rauchende Löcher oder kleine Wassersprudel, die aus dem Boden kommen und blubbern. Laut unserem Guide jedoch verändert sich das Geothermalfeld und mal ist dieser Geysir aktiv, mal der andere oder es entstehen neue Austrittsöffnungen. Super schön und beeindruckend.

Auch eine kleine Terma gibt es, doch das Wasser ist nicht ganz so warm und da ein stetiger kalter Wind wehte, streckten wir nur einmal die Hand hinein und das genügte. Schweren Herzens mussten wir zurück zum Auto, wo unser Guide bereits mit einem leckeren Picknick auf uns wartete.

Nach der Stärkung fuhren wir weiter Richtung Colchane, mit einem Umweg durch das farbenprächtige Aromatal, das mit verschiedensten Farben im Gestein und Erosionen uns in Erinnerung bleibt.

Im Städtchen Cariquima machten wir Halt, streiften durch die Gässchen und bestaunten am Hauptplatz die Warenausgabe der Municipalidad. Plastik, Gas und Benzin wurden an die Bevölkerung verteilt, staatliche Hilfe nach dem Erdbeben.

Hinter Cariquima erklommen wir noch einen Berg von Kakteen, die in der Abendsonne fast (weiß) leuchteten, bevor wir in unser Hostal in Colchane zogen. Endlich Bier und Wasser. So vernichteten wir gleich zwei Cristal und nach dem Abendessen bei einem Bierchen kam auch unser Guide in Fahrt und wurde gesprächig. Er erzählte von seinen Reisen nach Ecuador, Peru und innerhalb Chiles, wo er bereits viele 6000er und 7000er Vulkane bestieg.

Um 9 Uhr begann die Feria an der Grenze von Bolivien und Chile, natürlich wollten wir dies nicht verpassen. Waren aller Art wurden feilgeboten, von Fahrräder, Kleidund, Obst und Gemüse, auch leckeres bolivianisches Essen, nebenbei blühte der illegale Benzinhandel und so manch ein “krummes Geschäft” wurde abegeschlossen.

Unser Guide ließ seinen kaputten Reifen mit einer Scheibtruhe nach Bolivien abtransportieren, wo er repariert wurde. Bei der Rückkehr nach ca. 20 Minuten war alles wieder in Ordnung. Nun noch Benzin auftreiben, natürlich illegales aus Bolivien. Die Verkäuferin ging mit zugedeckten Kanistern auf einer Scheibtruhe umher, sobald die Carabinieros vorbeikamen, machte sie auf unschuldig. Sobald die Polizisten vorbeigegangen waren, packte sie einen aus einer Colaflasche gefertigten Trichter heraus und wir tankten damit 20 l Benzin für 10.000 Pesos.

Nun ging es an die Heimreisen. An den Hochmooren, Bofedales, entlang, die sich super zu Vögelbeobachtungen eignen. Ganso Andino, Ibis und Enten sind hier allgegenwärtig sowie auch die überall herumsteigenden Alpacas. Bei einem Salzsee konnten man auch vereinzelt ein paar Flamingos sehen.

Da wir bereits spät dran waren und noch einen weiten Weg vor uns hatten, mussten wir uns bereits sputen und dieses herrliche Hochmoor verlassen.

Wieder begleitete uns der Vulkan Isluga mit seinen Rauchwolken, die bereit fast verlassenen Dörfchen Isluga und Enquelga besuchten wir, natürlich ist überall die Kirche noch erhalten. Die Einwohner verlassen diese kleinen Örtchen mitten auf dem Altiplano um ihren Geschäften in größeren Dörfern nachgehen zu können. Doch im Heimatörtchen wir zumindest die Kirche instand gehalten und die ursprünglichen Einwohner kommen für Feste und Feiern wieder zurück um mit ihren Angehörigen und Freunde die Feierlichkeiten zu genießen.

Weiter in den Parque Nacional Las Vicuñas, hier auf der Fahrt ging es mir echt scheiße, mir war schlecht, Kopfweh und brachte meine Augen kaum mehr auf. Auch das Auto hatte bereits Probleme Hügel hochzukommen und ein rotes Zeichen (Motor) leuchtete auf.Gegen 3 Uhr kamen wir schließlich bei der Terma Polloquere an. Ich probierte mein Unwohlsein mit einem halben Liter Cola zu bekämpfen und tatsächlich danach war alles wieder gut, war nur total unterzuckert. Das Auto hingegen musste ein wenig repariert werden. Der Filter im Motor musste gereinigt werden, denn im illegalen Benzin war entweder Schmutz oder Wasser. Gott sei Dank kennt sich unser Guide bei sowas aus. Während wir im Wasser plantschten, richtete er uns ein Mittagessen her und reparierte den Motor.

Super schön, Wetter perfekt warm, so genossen wir Speis und Bad.

Gegen halb 5 ging es weiter. Nun begleitete uns der rauchende Gullatire und im gleichnamigen Dörfchen machten wir nochmals Halt, hier bekamen wir eine Führung der Restaurierungsarbeiten der Kirche und trafen auch gleich einen Schweizer, der hierbei als Tischler mitarbeitet.

Das Problem mit dem Auto war nur kurzfristig gelöst und nun war die Rückfahrt nach Putre eine einzige Zitterei. Aufwärtsfahren war mühsames Hinaufstottern, der Motor klang nicht gut und wir waren über jeden Kilometer froh, den wir von den noch vorstehenden 80 km, hinter uns lassen konnten.

Doch schlussendlich kamen wir gegen halb 8 in Putre an, Gott sei Dank ging es zum Schluss nur noch abwärts, sodass der Motor geschont werden konnte.

Wieder im Hotel Las Vicuñas, erschöpft und verstaubt, genehmigten wir uns gleich mal eine Dusche und gingen nur noch ins Hotel Abendessen, wo wir als Verdauungsschnaps sogar einen gratis Contreau angeboten bekamen. Eine wunderschöne Tour mit sagenhaften Landschaftseindrücken, dies kann nur empfohlen werden.



Salar de Huasco

Von Administrator, 6. Mai 2014 12:49

Von Pica, einer Wüstenoase mit Thermalbad, nicht weit entfernt, befindet sich dieser schöne und sehr einsame Salzsee.

Wenn man den Einheimischen von Pica Glauben schenken kann, könnte man den Salar in 60 km, mit einer Höhendifferenz von 1500 m erreichen oder man entschließt sich die Asphaltstrasse zu nehmen, die sich 150 km durch Puna und Sanddünen in die Höhe schlängelt. Wir bevorzugten die längere Variante, Gott sei Dank, denn wie wir später erfuhren, hatte ein 4×4 Auto bereits Schwierigkeiten die 60 km zu bewältigen.
Der Salar befindet sich auf 3600 m über den Meeresspiegel und so ist es kein Wunder, dass wir die Höhe schon bald spürten. Den Schwindel und das Kopfweh bekämpften wir jedoch erfolgreich mit Hojas de Coca.

Einmal auf 3500 – 4000 m Höhe angekommen, überwältigete uns die Farbenpracht dieser Gegend, zuerst die Puna mit ihren grellen Ocker- und Gelbtönen und dann schien uns der Salzsee in weiß grün rot entgegen. Am ersten Blick erscheint die bunte Landschaft einsam und trostlos, doch bei genauerem Betrachten sahen wir vereinzelt Lamas und ein paar Flamingos, aber auch zwei, drei Aymara Familien hatten sich hier niedergelassen.
Quartier bezogen wir auch neben einer Aymara Familie im Refugio, 20.000 Pesos pro Nacht ohne Strom, Wasser und Essen.

Am Salar zogen immer wieder Wolken auf und Regentropfen fielen vom Himmel. Dieses Licht und Schattenspiel erzeugte schon eine ganz eigenartige Stimmung. Mal schienen die Farben des Salars und den dahinterliegenden Bergen in grellen Tönen, mal waren sie kaum erkennbar.
Am späten Nachmittag zogen dunkle Gewitterwolken an den Berge auf und schon bald konnten wir die ersten Blitze aus der Wolkendecke zu Boden schießen sehen. Gigantisch, normalerweise kenne ich einen Salzsee nur im schönsten Sonnenschein, doch dass hier auch Blitze zu sehen und lautes Donnergrollen, das eher schon ans nächste Erdbeben erinnert, zu hören, war schon sehr außergewöhnlich.

Bei der Abendjause mit Brot und Wein war das Gewitter plötzlich über uns. Das Hüttchen erzitterte beim Donner und die Blitze erhellten die Küche taghell. Mir wurde ganz anders, doch der Wein beruhigte die Nerven und nach und nach verzog sich das Gewitter.

Am nächsten Morgen sprang ich bereits in der Morgendämmerung aus dem Bett um die ersten Sonnenstrahlen am Salar festzuhalten. Die Gewitterwolken waren verflogen und der Himmel zeigte sich wolkenfrei. Nur ein wenig Nebel lag im Talkessel des Salzsees. Langsam kam die Sonne hinter den Bergen hervor und die intensiven Farben des Salars wurden erkennbar. Der Nebel und die Sonne erzeugten eine prächtige Szenerie und zum Abschluss gab es einen Nebelbogen. Keine Ahnung was sich hier tat, aber definitiv war es kein Regenbogen, sondern bestand nur aus Nebel.

Salar de Uyuni – 3 Tage durch die Wüste

Von Administrator, 15. Dezember 2010 18:34

Die Mineros von Potosi hatten wir hinter uns gelassen, mit einem Bus fuhren wir 6 h nach Uyuni. Dies ist das Eintrittstor zum größten Salzsee der Erde: Salar de Uyuni, mit seinen 12.000 km² und reich an Lithium ist eine wichtigsten Touristenattraktionen Boliviens. Es wird geschätzt, dass sich in diesem Salzsee gut 10 Mio. t Salz befindet und jährlich ca. 25.000 t abgebaut wird. Der Abbau des Lithiums begann jedoch erst im Jahre 2007.

Doch der Reihe nach, das Dörfchen Uyuni am Rande der Wüste an sich besteht wiedermal hauptsächlich aus Hotels und Agenturen, die versuchen ihre 1-3-Tages-Trips durch die Wüste und Umgebung zu verkaufen. Denn ohne Tour und Guide läuft hier gar nichts. So buchten wir unseren Trip bei der Agentur Sumaj Jallpha für 600 Bolivianos, 3 Tage, 2 Nächte mit Weiterfahrt nach Chile (zzgl. 35 Bolivianos), alles inklusive außer die zusätzlichen Parkgebühren.

Abfahrt ist wie bei jeder anderen Agentur gegen 10.30 Uhr, auch generell das Programm ist überall das selbe, vielleicht ändert sich mal das Essen oder die Unterkunft, doch mir schien es, dass es egal sei, wo man bucht. Man bezahlt sowieso um die 600 – 850 Bolivianos.

Wir, es waren 6 Leute in der Gruppe (zwei Kanadier: Bryan und Natalie, ein Texaner namens Vito und Jan aus Belgien) – nochmals ein Dankeschön an diese nette Gruppe und die nette Reisebegleitung – zwängten uns in ein 4×4 Auto hinein, das Gepäck am Dach und schon fuhr unser Guide und Driver Romano los.

Der erste Stop: Cementerio de los Trenes, ein Eisenbahnfriedhof, wo sozusagen der Industriemüll von hier gelagert wird. Ein Platz voller alter Züge und Gleise (einige über 100 Jahre alt), der wie ein Spielplatz für die Erwachsenen wirkte. Alle stiegen auf den alten Gefährten herum, oben drüber, hinein, unten durch, egal.
Nach ca. 1 h erreichten wir das Örtchen Colchani, wo man Souvenir shoppen und uns das erste Salzhotel anschauen konnten. Ein Arbeiter erklärte mir, dass so ein Häuschen aus puren Salz bestehen bzw. Salzblöcken die mit einer Mischung aus Salz, Wasser und ein wenig Zement zusammengehalten wird. Dann ging es in eine Salzfabrik, wo man uns die Gewinnung von Speisesalz erklärte. Nachdem das Salz aus der Wüste in den Ort geschafft wurde, muss man ihn zuerst oberhalb eines Feuerofens trocknen lassen. Ca. 150 kg wird auf ein Blech geschüttet, darunter wird ein Feuer mit einer Art Strauch, den man auch als Medizin verwenden kann, entfacht und getrocknet. Danach kommt das Salz durch eine Mühle, doch bevor es gemahlen wird, wird es noch mit Jod versetzt um es genießbarer zu machen. In dieser Gegend isst man wohl manchmal das Salz ohne Jod, doch ist es nicht so gut verträglich. Nach der Mühle ist eigentlich alles getan und kann in kleinen Säckchen verpackt werden und mit einem Bunsenbrenner zugeschweißt werden. Das hier abgebaute Salz wird jedoch nicht exportiert, sondern nur in Bolivien verkauft, da hier in Südamerika jedes Land sowieso ihre eigene Salzwüste hat. Bis zu 3000 kg verpackt hier eine Frau pro Tag.
Weiter und nun endlich in der größten Salzwüste der Welt. Das Weiß blendete in den Augen, die Sonne knallte herunter und weit und breit nur Salz in Sicht. Total geil.Wir fuhren zu einem Salzhotel, das aber nicht mehr offen hat, denn es dürfen keine Klos in der Wüste errichtet werden, da der Urin und die Scheiße das Salz verunreinigen und diese Mischung sicher keiner essen will. Hier wurde auch Mittag gegessen und vorher und viele Fotos mit Barbies und anderen Spielzeugen geschossen. Aus Erwachsenen wurden wieder Kinder.
Am Nachmittag erreichten wir Isla de Pescado, eine Insel in Form eines Fisches, wenn man viel Fantasie hat. Doch eigentlich ist es ein Steinhaufen mitten auf dem Salzsee und auf diesen öden Land gedeihen Tausende von Kakteen (Candelaria madera), auch einige über 1000jährige sind dabei. Hier mussten wir 15 Bs Eintritt bezahlen, doch dies war es eindeutig wert. Wir konnten den höchsten Punkt dieses Berges innerhalb von 15 min. erreichen, vorbei an vielen schönen blühenden Kakteen und von oben hatte man einen super 360° Blick auf den Salzsee und die dahinterliegenden Berge, die in einer Art dunstigen Blau leuchteten. Herrlich, man kann sich kaum sattsehen.
Nach 1 h fuhren wir weiter Richtung  zu unserer ersten Herbere, auch ein Salzhotel, doch bereits außerhalb des Sees. Unser Doppelzimmer, eigentlich eher ein kleines Salzzimmerchen bestehend aus 2 Betten, dessen „Bettgestänge“ auch als Salz sind und der Boden sowieso. Klein aber fein. Die Nacht wurde viel wärmer als gedacht, nur trocknete man ziemlich aus, sodass man sich schon bald wie gepökeltes Fleisch fühlt.

Tagwache am nächsten Tag war um 6 Uhr, ½ h später gab es Frühstück und um 7 Uhr fuhren wir los. Die Salzwüste ließen wir zu meinem Bedauern hinter uns und so ging es auf einer Schotterstraße ins Dörfchen San Juan, wo sich Necropolis befindet, ein Geländer vieler Chulpas, Gräber der vor 2000 Jahren hier lebenden Menschen. Heute kann man noch die Skelette dieser nur kindergroßen Leute erkennen. Angeblich gab es vor 2000 Jahren hier keine Sonne, die Chulpas waren eigentlich Häuser und durch die Fenster, durch die wir die Skelette betrachteten, stiegen die Leute ein und aus. Der Quinuaanbau sollte für dieses Volk ziemlich wichtig gewesen sein. Doch als dann der Klimaumschwung kam und die starke Sonne die Gegend austrocknete, starben die Leute. Die hiesigen Leute kennen dieses Gebiet schon lange, es sollte überhaupt in diesem Tal einige solcher Stätten geben, doch keinem war die Erhaltung wert und so verfielen die Mumien mit der Zeit. Erst seit 2001 wird dieses Gelände touristisch genützt und gepflegt. Man zahlt auch 10 Bs Eintritt, doch ziemlich interessant, auch wenn es nicht ganz soviele Informationen über diese Kultur gibt.
Danach fuhren wir bereits Richtung chilenischer Grenze, wieder eine Art Sand- und Salzwüste, die von Vulkanen, die meisten erloschen, von allen Seiten umgeben ist. Die Färbung der Berge einfach grenzgenial, von Rot über Grün, Gelb, Lila, usw. konnte man ineinander rinnen sehen. Überhaupt, die Gegend veränderte sich alle Stunde einmal, mal war die Fahrbahn glatt und eben, mal rumpelig und es ging über eine Steinpiste. Also für das Auge wirklich spektakulär und so merkte man gar nicht, dass man den ganzen Tag (10 h) im Auto saß. Doch irgendwas hat unser Auto abbekommen, denn sobald es nur ein wenig bergauf ging, krochen wir mit 10 km/h hinauf, und ab San Juan ging es ziemlich bergauf, wir stiegen auf gute 4800 m. Hier erwartete uns ein Feld von windgeformten Lavasteinen und dahinter rauchte ein Vulkan.
Weiter zu einem See mit Flamingos, wo es dann nachdem wir gut 200 Bilder verschossen hatten, ein leckeres Mittagessen mit Milanesa, Nudeln und Salat gab. Hier sollten 3 Sorten von Flamingos beheimatet sein: Flamingo andino, Flamingo chileno und Flamingo James, doch wirklich super angepasste Geschöpfe, die hier in dieser Vulkangegend, die Seen hier sind ziemlich schwefelhaltig, überleben können. Doch eigentlich sind sie nur am Fressen, mit dem Schnabel im Wasser durchstreifen sie den See, mal kurz die Flügeln geschüttelt und das wars. Nur wenn jemand in die Nähe kommt, dann nehmen sie Anlauf und fliegen einige Meter weiter um dort weiter zu fressen.
Danach fuhren wir noch an einigen solcher Seen vorbei, jede in einem anderen Farbton gehalten und weiter hinauf, wo man wieder vom Wind verformte Steine sehen konnte, unter anderem auch den bekannten Arbol de Piedra. Doch da oben ging schon ein ziemlich heftiger Wind, sodass wir eigentlich froh waren wieder im Auto verschwinden zu können. Nach einer doch längeren Fahrt, waren wohl um die gute 3 h kamen wir dann endlich am Lago Colorado an, ein See in einem starken Rotton glänzte uns entgegen, hier sollten wir dann die Parkgebühr von 150 Bs zahlen und ein paar Meter weiter befand sich unser Refugio. Von Minute zu Minute wurde es kälter, der Wind stürmte und so ließ ich den Sonnenuntergang Sonnenuntergang sein und spielte lieber Karten und erwärmte mich bei Rum, Tee und Wein.

Am 3. Tag mussten wir noch früher aufstehen, 4.30 Uhr, denn wir wollten beim Sonnenaufgang bei den Geysiren sein, doch das Auto kroch wiedermal den Berg hinauf, dieses Geysirfeld sollte das höchste gelegene auf der Welt sein, 4800 m. Als wir ankamen blickte die Sonne gerade über die runderhum liegenden Berge und so wurde der von den Geysiren austretenden Dampf perfekt beleuchtet, was ein geniales Bild ergab. Doch wir hatten es eilig, denn wir mussten natürlich noch frühstücken und bis 9.30 Uhr an der Grenze sein. So wurde es nur ein rascher, aber ziemlich beeindruckender Besuch. Erinnerte sehr an Neuseeland.
Ein wenig später erreichten wir die Hot Pools, ein kleines Becken mit heißem Wasser, wo man in der Morgensonne baden konnte. Dahinter befand sich ein See, um diese Zeit am Rand noch mit Eis bedeckt und in der Mitte, wo Wasser war, konnte man wieder Flamingos sehen. Einfach geil, aber doch noch ziemlich kalt, aber mit der Sonne wurde es von Minute zu Minute wärmer.
Leider konnten wir die Desierto de Dali nur vom Auto aus sehen, da wir bereits zu spät dran waren, doch sie ähnelte wirklich einem Bild von Dali. Bei der Laguna Verde, ein See dessen Farbe bei Wind von Blau ins Grüne wechselte, blieben wir für 3 min. stehen. Dann weiter an einem See, wo sich die Berge darin wunderbar spiegelten und davor Guanacos zu sehen gab.
Und rechtzeitig um 9.30 Uhr kamen wir an der bolivianischen Grenze an. Hier nur noch Hektik, sodass wir weder Zeit hatten uns von alle zu verabschieden noch um Romano ein Trinkgeld zu geben, was ich wirklich bedauere, denn die Tour war super, die Gesellschaft nach langer Zeit wieder total angenehm und Romano war ein guter Guide und Driver, der alles super organisierte.

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